Virgiftungsgefahr bei Pferden durch Pflanzen
Einen siebten Sinn oder einen Instinkt, der Pferde vor Giftpflanzen warnt, gibt es nicht. Pferde nehmen unbekannte Futterpflanzen zuerst in kleineren Mengen zu sich, ehe sie mehr davon fressen. Sie sind also mit allem Fremden recht vorsichtig. Übel riechende Giftpflanzen, stark duftende oder recht bittere Giftpflanzen werden von den Pferden gemieden, sodass sie so erst gar nicht in Versuchung kommen, diese zu fressen.
Die Gier nach allem Grün, welche vor allen Dingen nach dem Winter auftritt, lässt es aber zu, dass auch Pflanzen gefressen werden, die das Pferd im Normalfall gemieden hätte. Abgegraste Weiden können hier ebenfalls genannt werden. Ein unruhiges Pferd kann auch vor Aufregung nebenher kleine Ästchen von einer angrenzenden evtl. giftigen Hecke abbeißen, ohne dieses Knabbern bewusst zu registrieren.
Heißhunger, Langeweile oder Aufregung können Gründe sein, die typische Fressgewohnheiten außer Kraft setzen und somit auch die Gefahr einer Pflanzenvergiftung erhöhen.
Symptome:
-Wälzen, Schwitzen oder Zittern -blasse, verfärbte Schleimhäute -Durchfall, Speichelfluss -Blut aus der Nase -aufgeregte Ängstlichkeit oder vollkommene Lethargie -taumelnder Gang -Krämpfe, Atemnot
Erstmaßnahmen:
-Pferd sofort von der giftigen Futterquelle entfernen -sofort den Tierarzt verständigen -Pferd in eine sichere,gut eingestreute Box stellen und mit Wasser versorgen -Pferd beobachten und beruhigen
Einige Giftpflanzen für Pferde und ihre Symptome:
Adonisröschen: Darmkrämpfe und Herzbeschwerden
Besenginster: Erregungszustände und Lähmungserscheinungen
Buchsbaum: Lähmungen und Koliken
Buschwindröschen: Magen- und Darmentzündungen, Herzschwäche, Nierenversagen
Efeu: heftiger Durchfall und Kolik
Eibe: Tod durch Atemlähmung
Eisenhut: Tod tritt schon nach 1-2 Stunden ein
Farnkraut: Gleichgewichtsstörungen, Krämpfe
Fingerhut: starke Herzrhythmusstörungen
Goldregen: Lähmung der Atemwege
Herbstzeitlose: Schweißausbruch, Atemlähmung
Liguster: starke Kreislaufbeschwerden
Lupine: Hufrehe und Leberschäden
Maiglöckchen: Tod durch schwere Vergiftungen
Robinien: Organismus schwächend
Sumpfschachtelhalm: Tod durch schwere Vergiftungen
Tollkirsche: Lähmung der Atemwege
Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Pferd von einer giftigen Pflanze gefressen hat, heben Sie unbedingt eine Probe für den Tierarzt auf! Ein Gegengift kann aber auch der Tierarzt nicht geben, sondern er kann nur die Symptome behandeln. Je nach der Schwere der Vergiftung können innere Organe geschädigt sein, deren Behandlung eine lange Zeit in Anspruch nimmt. Eine ausgewogene Fütterung, mit viel Raufutter und wenig Kraftfutter in mehreren kleineren Portionen, ist nach einer Vergiftung besonders wichtig, damit das Pferd wieder gesund wird.







