Sorgfältig ins Maul gelegt: Gebisse
Dass das Pferdemaul empfindlich ist, wissen wir. Die Zügeleinwirkungen übertragen sich direkt aufs Maul und erzeugen – je nach Stärke des ausgeübten Zugs – Druck auf Zunge, Lippen und Kinnladen des Pferdes.Deshalb sollte jedes Gebiss sorgfältig ausgewählt werden, damit es auch richtig sitzt.
Trensen gibt es in verschiedenen Formen und Materialien.
Materialien:
- Aurigan ist ein Patent der Firma Sprenger und enthält einen hohen Anteil (etwa 85 %) an reinem Kupfer und kein Nickel.Der hohe Kupferanteil soll die Kautätigkeit fördern, da durch die Oxidation ein süßlicher Geschmack entsteht, weshalb die Pferde besser abkauen. Durch die Nickelfreiheit besteht keine Allergiegefahr!
- Argentan auch "Neusilber" oder "German Silver" genannt ist eine Legierung aus etwa 60% Kupfer, Nickel und Zinn. Es besitzt ähnliche Eigenschaften wie Edelstahl. Nachteilig bei längerem Gebrauch ist aber, dass sich das Zinn in der Legierung lösen kann und dann schädlich für das Pferd ist. Außerdem ist Nickel bekannt für allergische Reaktionen.
- Edelstahl ist besonders pflegeleicht, rostet nicht und hält sehr gut und wird deshalb am meisten in Deutschland verwendet. Da das Edelstahlgebiss doch einige Jahre verwendet wird, sollte es auf Abnutzungen oder gar scharfe Kanten kontrolliert werden, damit das Pferdemaul nicht verletzt wird.
- Eisen ist besonders bei den Westernreitern und den Pferden beliebt. Der nicht vermeidliche Rost bei Eisen soll angeblich einen süßen Geschmack hervorrufen, der die Speichelbildung und die Kautätigkeit der Pferde anregt. Da Eisen ein weiches Material ist, müssen die Gebisse immer wieder auf Kanten geprüft werden.
- Da Kupfer zu weich ist, wäre es sicher nach kurzer Zeit durchgebissen. Daher wird es in Verbindung mit Edelstahl verarbeitet. Die sich dabei aufbauende Mikrovolt-Spannung erzeugt leichte Vibrationen, die zu vermehrtem Kauen anregt. Diese Gebisse müssen sehr intensiv gepflegt werden, da sich Grünspan bildet und dieser Für Pferde giftig ist.
- Gebisse ohne Metall, wie Gummi, Kunststoff oder Leder sind sicher pferdefreundliche Materialien, die teilweise pflegeintensiv und nicht sehr lange haltbar sind.
Einige Mundstückformen
- Die Nummer 1 – die einfach gebrochene Trense (Wassertrense) Pferde können mit dieser Trense leicht trinken. Je dicker die Trense, desto mehr verteilt sich der Druck auf die Laden. Je schwerer sie ist, um so ruhiger liegt sie im Maul.

- Die Olivenkopftrense unterscheidet sich von der normalen Wassertrense dadurch, dass das Gebiss rechts und links in einer verdickten Führung für die Trensenringe endet und so verhindert, dass er die Maulwinkel einklemmt.

- Die doppelt gebrochene Trense ist eines der angenehmsten Gebisse und vor allem für Reitanfänger gut geeignet. Dadurch dass ein Mittelstück eingeschoben ist, verteilt sich der Druck auf die Laden und es gibt keinen Druck auf den Gaumen.

- Die Dreiringtrense bietet zwei Einschnallvarianten. Im mittleren Ring wie eine doppelt gebrochene Trense, im unteren Ring mit leichter Hebelwirkung.
- Die Kandare hat ein festes Mundstück, Zungenfreiheit, Hebel und Kinnkette. Mit der Kandare wird durch Zug am Zügel ein Zug auf das Maul in Richtung Brust ausgeübt, zum anderen der Unterkiefer zwischen der Stange und der Kinnkette gequetscht. Weiterhin entsteht durch den Hebel über das Zaumzeug ein Zug auf das Genick. Dies ermöglicht eine vermehrte und verfeinerte Einwirkung auf das Pferd.
Das Reiten mit Kandare sollte nur einem erfahrenen Reiter überlassen werden, da ansonsten das Pferd leiden könnte.







